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Kommentare - 2009


Erfahrungsbericht Anke Brandt


Lieber Fred Freese,

nun endlich komme ich dazu, Ihnen ein paar Zeilen zu schreiben. Sicherlich können Sie sich noch an unseren Wirbelwind und Sonnenschein Luca erinnern!!! Luca hatte eine so tolle und großartige Zeit bei Ihnen, dass er tatsächlich wie positiv ausgewechselt zurück kam und die Menschen um ihn herum, die ihn gut kennen, alle einstimmig feststellten "Wie gut er drauf" war, wie aufgeräumt und ausgeglichen er war! So habe ich als Mutter Luca noch nie erlebt. Bei uns in NRW läuft die Schule seit 2 Wochen wieder und einige der "alten Muster" sind wieder da. Das sich oder mich beißen und sich gegen den Kopf hauen sind weg, sein einnässen scheint überwiegend zurzeit vorbei.
Wir beide - Sie und ich - haben ja vorab und während der Ferienfreizeit einige Male telefoniert und es war am Anfang gar nicht einfach. Ich glaube auch mit ein wenig Abstand, dass er es ohne Sie nicht geschafft hätte.
Wir haben all die vielen und tollen Fotos gesehen, begeistert uns angeguckt und "weitergereicht" an die Oma, Freunde, Schule und wen es noch wichtiges für Luca gibt. Die Flyer liegen bei der ADS-Kinderärztin aus und sie kann es an spezielle Patienten weiterreichen.
Ich finde, Sie machen das großartig! Ich möchte Ihnen noch mal danken für Ihren Einsatz und Ihr Bemühen um Luca!
So, aber nun genug der Lobeshymnen.
Ich möchte Luca gern für den kommenden Sommer 2010 bei Ihnen wieder anmelden. Zeitlich passt es, weil wir auch in NRW am 15.07. Ferien bekommen. Darüber, dass es zeitlich wieder passt, freue ich mich sehr.

Ich freu mich auf einen weiteren Kontakt, alles Liebe und Gute,
Anke Brand (aus 50259 Pulheim)
30.08.2009


 

Erfahrungsbericht Familie Schirmer

Werter Herr Freese!
Heute möchten wir uns an sie wenden , um ihnen Dank zu sagen für das diesjährige Ferienlager in Schwarz. Unsere Kinder , Janine und Jan , reden heute noch viel über ihre Ferien bei ihnen und ihrer Selbsthilfegruppe. Beide Kinder haben uns schon gebeten nächstes Jahr wieder nach Schwarz fahren zu dürfen. Sie haben bei ihnen viele neue Freunde gefunden und fühlten sich sehr wohl unter Kindern , die wie sie sind. Das war für sie eine sehr schöne , aber auch sehr wichtige Erfahrung.
Als ADHS-Kinder ist es für sie nicht leicht in einem „normalen“ Ferienlager eine ihnen angemessene Unterbringung zu erhalten.
Bei ihnen jedoch fanden sie das was sie wollten und auch brauchen.
Ihre Arbeit , die sie Herr Freese mit ihren Mitstreitern dort leisten ist beispielhaft und sollte in ganz Deutschland bekannt werden und Nachahmung finden. Wer weis , daß sie Herr Freese diese ganze Arbeit der Organisation und Betreuung ehrenamtlich machen , kann nicht hoch genug schätzen , was sie da leisten! Aber nicht nur die Kinder sondern auch wir Eltern sind ihnen zu Dank verpflichtet.
Es ist auch für uns Eltern eine große Hilfe , die Kinder bei ihnen unterbringen zu können.
Wir wissen , daß unsere Kinder bei ihnen bestens aufgehoben sind und das entlastet uns sehr! Es ist auch für uns erholsam , wenn unsere Kinder mal außer Haus sind und wir Zeit für uns haben. Der tägliche Umgang mit ADHS-Kindern ist eben nicht so einfach wie mit anderen Kindern.
Ich hoffe , daß ihr beispielhafter Einsatz in dieser Sache eines Tages auch von offizieller Seite gewürdigt wird! Verdient hätten sie und ihr Team es auf jeden Fall. Das ist auch die Meinung vieler anderer Eltern mit denen wir gesprochen haben.

Wir und unsere Kinder freuen uns jetzt schon auf das nächste Mal!

Mit den besten Wünschen
Familie Schirmer
Zscherben , den 16.08.2009


 

Erfahrungsbericht Maik Olm

Eine Oase für das Chaos

 Nun bin ich das 2. Mal mit auf der Sondermission "ADHS- Ferienlager Schwarz". Man fragt sich bestimmt warum Sondermission? Die Antwort darauf ist oft bei den Kindern und Eltern des Ferienlagers selbst zu finden. Viele von uns kennen die kommerziellen Ferienlager. Kinder fahren ins Zeltlager, Trainingscamps, Bauernhofurlaub oder einfach Strandurlaub mit Mama und Papa. Selbst Kinderrundfunksender bieten schon diverse Erlebniscamps an. Schön, dass es diese Möglichkeiten gibt und dass fast jeder sie so nutzen kann. Es gibt aber auch Eltern, die müssen mit Graus daran denken, wie sie Ihren Kindern eine erlebnisreiche Ferienzeit bereiten können. Sie wissen, dass Ihre Kinder anders, vielleicht auch auffällig sind. Einige bezeichnen das dann als ADHS andere sagen einfach das Kind ist nicht erzogen, wieder andere sagen, das Kind ist gewalttätig oder sonst was. Das Ende dieser Diskussion sieht dann oft so aus, dass man sein eigenes Kind oft hilflos ansieht und sich fragt, was man falsch gemacht hat. Wenn man darauf vielleicht eine Antwort gefunden hat, ist der Weg aber noch nicht zu Ende. Eltern lieben Ihre Kinder, egal ob da eine Diagnose mit ADHS steht oder nicht. Genau aus diesem Grund möchten sie Ihren Kindern alles bieten, Sicherheit, Geborgenheit, Liebe, aber auch Freiräume für Erlebnisse, Kontakte zu anderen Kindern und die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben. Ich bin gelernter Heilerzieher und arbeite in diesem Beruf schon seit 8 Jahren. Ehrenamtlich arbeite ich in der Wasserwacht als Rettungsschwimmer und so habe ich im letzen Jahr den Kontakt zum ADHS Ferienlager gefunden. Da war es meine Aufgabe als "Retti" für die Sicherheit zu sorgen und mich um die kleinen und großen Wehwehchen zu kümmern. Ich habe schnell erkannt, dass dieses Ferienlager etwas Besonderes ist und die Besonderheiten liegen eigentlich in der Organisation und in der Art der Teilnehmer. Man arbeitet mit einer Betreuung von 1 : 2, das heißt ein Betreuer hat die Aufgabe sich um 2 Kinder zu kümmern. Das fand ich schon sehr besonders, denn in den vielen anderen Ferienlager wurde so eine Betreuung nicht geboten. Dann wurde ein Großteil der Betreuung von Elternteilen übernommen. Noch eine Besonderheit, die Eltern fahren mit Ihren Kindern ins Ferienlager. Und dann eine gestandene Persönlichkeit mit Namen Fred Freese, der diese ganze Sache organisiert und koordiniert. Kein Rundfunksender, kein touristischer Ferienanbieter, keine geschulten Kinderanimateure, keine "normalen" Kinder. Manch einer müsste nun denken, was für ein Chaos? Aber nein, kein Chaos, eher Harmonie, Freude und Abenteuer. Und das nicht bloß für die Kinder sondern auch für die Eltern, denn wo können Mama oder Papa schon mal als Ritter oder Hexe erscheinen? 2 Wochen eine Oase für das Chaos. Ein Chaos, was so dann nicht mehr existiert. Schon etwas besonderes, wenn man Kinder und Eltern so harmonisch beobachten kann. In diesem Jahr habe ich mir einfach gedacht ich verbinde meine Arbeit mit dem Ferienlager. Ich bin also mit einem meiner Kinder, die ich in einem Kinderheim betreue in dieses Ferienlager gefahren. Unsere Kinder tragen auch Auffälligkeiten mit sich, oft sind es Auffälligkeiten, wie Bindungsstörungen, Aggressionen oder auch ADHS. In unserer Einrichtung ist es oft schwer, gezielt für jedes Kind eine ideale Ferienzeit zu gestalten. Die Eigenarten, die unsere Kinder mit sich bringen ähneln oft sehr denen, die ich schon vorher bei den Kindern des Ferienlagers beschrieben habe. Es ist also nicht verwunderlich, wenn mir schnell die Idee kam, unsere Kinder in diesem Ferienlager zu integrieren. Zunächst reiste ich dieses Jahr nur mit einem Kind an und dieses Kind war dann so begeistert und hatte so viel zu berichten, dass auch alle anderen Kinder im nächsten Jahr vorhaben, mit ins Ferienlager zu kommen. Es ist schon lustig zu hören, dass sie sich gegenseitig erzählen, welche Kappe sie wohl im nächsten Jahr tragen werden und unserer Ältester freut sich darauf die Kleinen zu erschrecken. Also, was kann man da sagen. Es ist schön, wenn sich Kinder für etwas begeistern, was sie so noch gar nicht kennen und es ist ein gutes Zeugnis für dieses Ferienlager, das es seine feste Berechtigung hat. Ich werde also im nächsten Jahr wieder dabei sein, als Rettungsschwimmer, Betreuer und einfach als der Maik Olm, der ich eigentlich sonst auch immer bin. 

Maik Olm, 16.09.2009


 

Erfahrungsbericht Familie Kölzow

Lieber Fred, 

Im Auftrag von Dustin-Kevin Kölzow schreibe ich Ihnen heute noch ein paar Zeilen des Danks. Auch wenn das Ferienlager schon einige Zeit vorbei ist, ist dies heute noch ein ganz großes Thema bei uns. Dustin schwärmt und erzählt mit Begeisterung von dieser tollen Woche. Ich soll Ihnen vielen Dank für die tolle Zeit sagen und er ist nächstes Jahr definitiv wieder mit dabei.
Auch ich als Mutter möchte Ihnen danken, denn seit Dustin´s Rückkehr hat sich unser Familienleben rapide gebessert, er ist aufmerksamer und liebevoller, denn nun weiß er dass er nicht alleine ist. Es gibt noch mehr die so sind wie er.
Alles in allem war das Ferienlager für uns sehr positiv und sind sehr froh, dass es Sie gibt.
Auch unser Psychologe ist begeistert von Dustin´s Entwicklung seitdem er bei Ihnen war!
Also noch mals vielen Dank von uns!

Fam. Kölzow 24.09.2009


 

Erfahrungsbericht Georgina Fritsch

Hallo,
auch diesmal hat sich die weite Anfahrt gelohnt. Julian war wieder ganz begeistert. Aber dass er gerne kommt, wissen wir ja. Meine Sorge galt seinem großen Bruder. Ob Vincent mit seinen 15 Jahren das alles auch so cool findet? Er war das erste Mal dabei. Die Antwort lautet: JA, und wie!!!! Auch Vincent will nächstes Jahr wieder "unbedingt "dabei sein. Ich denke ein größeres Kompliment an alle kann es nicht geben .Danke das meine Kinder glücklich bei euch sind. Wir kommen wieder.

Liebe Grüße aus Bad Gandersheim

Julian, Vincent und Georgina

17.08.2009


 

Erfahrungsbericht Ronny Fedkenhauer

Dann werd ich mal auch meine Gedanken zu dem Ferienlager loswerden.
Das Thema Fantasy war richtig gut umgesetzt und zog sich wunderbar von Anfang bis zum Ende wie ein roter Faden durch die 2 Wochen. Sonstige Freizeitaktivitäten waren auch im Überfluss vorhanden. Wer Langeweile hatte, war selber schuld. Da ich später beruflich auch mit solchen und ähnlichen Kindern arbeiten möchte, konnte ich eine Menge neuer Erfahrungen sammeln und eine Menge Wissen über die Erscheinungsformen der Krankheiten. Da ich schon in anderen Ferienlagern als Betreuer war, kann ich einen Vergleich anstellen und muss sagen, dass die 2 Wochen bisher die schönsten und interessantesten Ferienlagerwochen waren, die ich bisher mitgemacht habe. Was ich mir aber für die Zukunft vorstellen könnte, wäre eine Art Schulung für Betreuer um zumindest ein Basiswissen herzustellen, im Umgang mit Kindern und speziell mit ADS/ADHS-Kindern. Und das Essen war ja wohl sehr lecker

Ronny (Betreuer grüne Gruppe)
16.08.2009


 

Erfahrungsbericht Stefanie Begert

Lieber Fred,

es sind nun einige Tage seit dem Ferienlager vergangen. Ich hätte es nicht für möglich gehalten, doch mir fehlen die Leute. Es ist viel zu ruhig hier bei mir zu hause! =) Ich hoffe, dass ich nächstes Jahr auch dabei sein werde. Ich war nun das erste Mal als Betreuerin in einem Ferienlager und ich muss sagen, ich bereue es nicht. Die Zeit war trotz der kleinen Scherereien und dem Stress sehr schön. Das Betreuungsverhältnis war genau richtig, da man sich intensiv auf die Kinder konzentrieren konnte. Es war mein erster, intensiver Kontakt mit ADHS-Kindern und ich muss ehrlich zugeben, dass es nicht merklich einen Unterschied zu "normalen" Kindern gab. Sie raufen und zanken sich wie andere in ihrem Alter, reagieren nur stärker darauf. Die zwei Wochen waren supi aufgrund des Spieles. Die Kinder hatten nur ein Ziel im Kopf: Das Böse besiegen. Was meine beiden Kinder Patrick und Kevin angeht, waren sie sehr pflegeleicht, wenn auch manchmal stur. Trotzdem denke ich, dass es ihnen genauso gefallen hat wie mir. Ich kann dir also nur danken, dass du es mir ermöglicht hast, eine neue und zudem positive Erfahrung zu machen.
Liebe Grüße
Stefanie Begert (aus 17033 Neubrandenburg)
(Betreuerin Grüne Gruppe)


 

Erfahrungsbericht Danny Oestreich

ADHS-Ferienlager 2009 - Schwarzer Forsthof

Was bringt eigentlich einen Haufen Magier, Kämpfer, Spione und Abendteurer in den Forsthof Schwarz? Sie können sich eigentlich nur getroffen haben um den bösen Zauberer zu besiegen und das "Königreich Schwarz" zu verteidigen! Das Ferienlager fasste noch nie so viele Kinder ein- waren doch schließlich alle gekommen um am Rollenspiel teilzunehmen. Notwendig für das Gelingen des Ferienlagers war die Gestaltung einer positiven Beziehung zum ADHS-Kind. Denn motivieren können nur Betreuer, die eine gute und vertrauensvolle Beziehung zum Kind herstellen. Das konnte durch ein sehr gutes Betreuungsverhältnis erreicht werden- betreute doch ein Betreuer jeweils 2 Kinder. Da als Betreuer u. a. Eltern von ADHS-Kindern, Studenten- also angehende Lehrer, Sozialarbeiter oder Therapeuten eingesetzt wurden, waren alle Betreuer bestens über die pädagogische Arbeit mit ADHS-Kindern informiert und hatten Spaß an der Arbeit. Somit wirkten sie auf die Kinder glaubwürdig und motivierend. Um soziale Fähigkeiten zu schulen und zu verbessern wurden Rollenspiele zu einem festen Bestandteil des Ferienlagers. Hierbei ist zu beachten, dass der Wettbewerb und die Kooperation mit der nötigen Frustrationstoleranz in der Gemeinschaft Schwierigkeiten bereiten können. Aber genau diese Fähigkeit lässt sich nur in der Gruppe trainieren. So mussten die Kinder während der Rollenspiele gemeinsam bestimmte Aufgaben bewältigen- diese und das Kooperieren der Kinder stärkten das "Wir-Gefühl" und erzeugten einen so genannten "Globe". Dieser neu entfachte Gemeinschaftssinn stärkte nicht nur die sozialen Kontakte, sondern die Kontaktfreudigkeit der Kinder generell. Das Rollenspiel war für die ADHS-Kinder besonders geeignet- konnten sie doch schließlich neue Landstriche erkunden, sich verkleiden und vielfältige Aufgaben lösen. Der angestrebte Perspektivenwechsel, welcher durch das Rollenspiel teleologisiert wurde erhöhte das Durchhaltevermögen und besaß ein hohes Motivationspotenzial. Da das Rollenspiel nach einfachen Regeln ablief, blieb individueller Raum für kreative Ideen der Kinder, wie z. B. das Gestalten von Kostümen oder das Fertigen von Schwertern aus Holz. Im Ferienlager schien fast immer die Sonne und es war sehr heiß. Deshalb wurden neben den vielen Wanderungen, auch regelmäßig Badeausflüge und sogar ein Neptunfest organisiert. Durch diese vielen Events wurde täglich für eine sinnvolle Beschäftigung der Kinder und für Wohlbefinden gesorgt. Jeden Abend trafen sich alle Betreuer zu einer Beratung. Hier wurden durch Herrn Fred Freese, dem Leiter des Ferienlagers, organisatorische Schwerpunkte gesetzt und jeder Betreuer konnte sich mit eigenen Anregungen demokratisch mit einbringen. Zieht man eine abschließende Bilanz, gelang es uns den Kindern eine schöne Zeit zu bereiten. Denn sonst sind nicht nur die Kinder, sondern auch die Familienangehörigen Kummer gewohnt - gab es doch durchs ADHS in der Regel oft schon im Kindergarten und in der Grundschule viele Probleme und Klagen der Umwelt, immer wieder Konflikte mit anderen Kindern und ein sehr turbulentes Familienleben. Und da im nächsten Jahr, dass Thema Sciencefiction heißt, können wir uns sicherlich schon auf ein neues aufregendes Kapitel der "Schwarzer Land Saga" freuen.

Staatlich geprüfter Sozialassistent
Danny Oestreich


 

Erfahrungsbericht Bea Voigt

Hallöchen

Ja ich war dabei mit 4 von 8 meinen Kindern. Und ganz ehrlich gesagt,ich bin froh doch nach langem grübeln mich dazu entschieden zu haben. Ich dachte immer das ich ja schon genug über die Besonderheit(ADS/ADHS) weiss und hatte demnach meine bedenken ob das gut gehen könnte, Wenn ich manchmal an zu Hause denke wie turbolent es zu geht, naja. Für mich kann ich sagen und da sprech ich auch für meine Kinder,das es toll war. Das Rollenspiel, die Wanderungen, das Baden u.s.w. Vor allem habe ich viel neues und interessantes an Erfahrung mit nehmen können. Mir war nicht klar wie vielschichtig ADS/ADHS sein kann. Ich möchte mich bei allen Bedanken für die schöne und spannede Zeit und hoffe das wir uns alle im nächsten Jahr wieder sehen. Ich bin auf jeden Fall wieder dabei.

Viele Liebe Grüße
Eure Bea


 

Erfahrungsbericht Katharina Zech

Bericht über das ADHS- Feriencamp 2009 in Schwarz

Als Studentin im 3. Fachsemester Soziale Arbeit Bachelor, war es für mich sehr wichtig neben der ganzen Theorie auch etwas Praxiserfahrungen dazu zugewinnen. In den Semesterferien überlegte ich ein Praktikum zu machen. Über Bekannte habe ich dann von einem so genannten ADHS- Ferienlager erfahren. Die Idee für ADHS- Kinder die Ferien zu gestalten ist klasse also habe ich mich gleich an den dafür entsprechenden Leiter gewandt. Als ich nach meiner Bewerbung als Betreuerin anerkannt wurde, ging es am 24.07.09 früh um 9 Uhr mit dem Leiter des Lagers per Bus direkt nach Schwarz. Bei der Ankunft lernte ich gleich schon ein paar der anderen Betreuer kennen sowie auch das Grundstück. Es gab sogar ein spezielles Thema in diesem Ferienlager und zwar war es der Zauberwald. Wir besprachen die ersten Abläufe dieser Themen- Planung zusammen und probierten die Kostüme mit den Erwachsenen aus. Die Kinder reisten dann im Großen und Ganzen am darauf folgenden Tag an. Sie wurden je nach Alter in die Gruppen gelb, rot, blau und grün eingeteilt. Ich war mit in der roten Gruppe, ein Alter von 8 bis 12 Jahre. Die ca. 34 Kinder dieser roten Gruppe bekamen eine rotte Kappe auf mit ihrem Namen darauf vermerkt. Der Betreuer schlüssel von 1:2 ist eine äußerst gelungene Aufteilung wie ich fand. Meine beiden Jungs, Pascal (8 Jahre) und Martin (9 Jahre) haben sich von anhieb an gut verstanden und haben sich schnell an mich gewöhnt. Wir teilten uns sogar ein 6er- Zimmer mit einer anderen Betreuerin und ihren Jungs. Die Schwierigkeit für mich war es zu Beginn des Camps für Ordnung in dem Zimmer zu sorgen. Da die andere Betreuerin unseres Zimmers gleichzeitig Leiterin der roten Gruppe war, dachten ihre Jungs natürlich, sie wären aufgrund ihrer viel beschäftigten Aufpasserin benachteiligt und versuchten dann gerade bei mir ihre Aufmerksamkeit zu bekommen. Streitigkeiten unter den Kindern im Zimmer waren die Folge und ich war als Friedenstifterin unterwegs, indem ich versuchte die Jungs so gut es geht abzulenken von dem stressigen Anreisetag und deren weiteren Verlauf. Als ich mich dann endlich wieder auf meine beiden Sprösslinge konzentrieren konnte, da die anderen beiden von ihrer Betreuerin "an die Hand genommen wurden", fing dann auch der Spaß an. Die Jungs probierten sich im Trampolin springen, Boot fahren und Sandburgen bauen aus. Der See mitten auf dem Grundstück bot den Kindern Wasseraktivitäten.
Das gemeinsame Essen, das Duschen und die Nachtruhe um 21 Uhr waren unter anderem Regeln, mit welchen die Jungs nicht ganz so einverstanden waren. Doch mit dem nötigen Durchsetzungsvermögen sowie auch Ton, ist es mir gelungen, diese Regeln einzuhalten. Am nächsten Tag fing dann die Integration in den Zauberwald an, wobei jedes Kind ein hölzernes Schwert erhielt. Die Geschichte drehte sich um das Königreich Schwarz, welches von den schwarzen bösen Mächten angegriffen wurde und sich mit Hilfe des Volkes verteidigen sollte. Die Kinder durften sich auswählen, ob sie als Kämpfer, Abenteurer, Spion oder Zauberer helfen. Es war wirklich sehr schön und lustig mit den Kleinen diese Geschichte zu spielen bzw. zu improvisieren. Zwischendurch gab es immer wieder kleine Aufführungen mit dem König oder es wurden Kampf-/ Feuershows gemacht. Die gesamte erste Woche wurde diese Geschichte verfolgt und es gab gewisse Aufgaben, welche die Kinder zu lösen hatten. Nebenbei sind wir zusammen baden gegangen, Eis essen, machten Sport oder nutzen die Fläche des Lagers für weitere Beschäftigungen. An einem Tag der ersten Woche machten wir zusammen ein Neptunfest. Die Kinder durften Kerzen ziehen, Angeln und zusammen mit einem Rettungsschwimmer oder Betreuer Boot fahren. Mir gefiel die Art der Freizeitgestaltung richtig gut und es hat mir viel Freude bereitet mit den Kindern zu spielen. Für mich war es das erste Mal, dass ich mit zwei Jungen sieben Tage lang rund um die Uhr zu tun hatte. Das Aufmerksamkeits- Defizitsyndrom machte sich in bestimmte Phasen bemerkbar. Beide meiner Kinder nahmen Tabletten ein und ich beobachtete wie sich ihr Verhalten nach Abklingen der Wirkung änderte. Sie wurden schnell aggressiv und wollten unbedingt ihren Willen durchsetzen. Konnte ich ihnen nicht alle Wünsche erfüllen, fingen sie manchmal an zu schreien oder weinten. Auch drohten sie damit, ihre Eltern zu benachrichtigen um nach Hause zu fahren. Dann war pädagogische Leistung gefragt. Wenn ein Kind schon mal soweit war auszurasten und nach den Eltern zu fragen, dauerte es oft nicht lang, bis sich das nächste Kind meldete und sie sich gegenseitig "runter zogen". Dann haben wir als Betreuer die Kinder auseinander genommen und einzelnd beruhigt. Nach spätestens einer halben Stunde war dann auch schon wieder alles vergessen und die Kinder waren super glücklich und lobten sogar. Diese Phasen von Aggressivität und Heimweh traten ab und zu wiederholt auf, doch je mehr wir uns kennenlernten, desto einfacher war es dann auch damit umzugehen. Leider ist ein Junge von mir erkrankt und musste aufgrund Fieber und Bauchschmerzen von seinem Vater abgeholt werden. Das war traurig und nicht zu ändern. Der Junge verlangte, dass die Betreuer die Eltern anrufen und da es ihm wirklich nicht gut ging, machten wir das. Dieser Fall wurde dann noch mehrfach diskutiert, da die Eltern sich über den plötzlichen Anruf beschwerten und lieber wollten, dass wir ihn da behalten-, bzw. ihn bei Krankheit zum Arzt geschafft, hätten. Da es sich bei 28°C Fieber aber noch nicht um einen Notfall in dem Sinne handelte, war das Telefonat mit den Eltern meines Erachten nach die Richtige Entscheidung gewesen. Den letzten Tag dieser Woche hatte ich dann nur noch einen Jungen und das war dann irgendwie komisch, denn ich hatte die beiden zusammen richtig lieb gewonnen. Worüber ich in dieser Woche noch staunen musste, war die angenehme Atmosphäre zwischen den Betreuern. Es war toll sich untereinander auszutauschen und ob nun mit Gleichaltrigen oder den Müttern und Vätern, wir haben uns alle sehr gut verstanden und ich denke das ist die wichtigste Voraussetzung für ein harmonisches und ausgeglichenes Arbeiten gerade in einem sozialen Bereich wo sich alles um Kinder und deren ADHS dreht. Ich musste am Tag der Abreise ganz schön schlucken, da mir die Kinder und das ganze Drumherum irgendwie ans Herz gewachsen sind. Ich werde nächstes Jahr in diesem Ferienlager wieder arbeiten, wenn es mir möglich ist. Da ich in Zukunft vor habe mit Kindern zu arbeiten, ist diese Möglichkeit ein Training und zu gleich eine wunderbare Sache, welche mich und andere sehr glücklich macht. Von der zweiten Woche des Lagers kann ich nicht berichten, da ich an der ersten Woche teil nahm.

Katharina Zech
Neubrandenburg, 21.08.09

 

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